Tschechischer Höhlenforscher starb in steirischem Höhlensystem
30. Oktober 2017

Text? Zwei Höhlenforscher stiegen am Samstag, den 28.10.2017 für eine mehrtägige Tour ins Warwas-Glatzen-Höhlensystem, etwa 15 km WSW von Mariazell / Steiermark. Ziel war die Erforschung neuer Strecken. Beide Höhlenforscher gelten als sehr erfahren. Am Montag, den 30. Oktober 2017 kam es etwa um 23:00 Uhr zu einem folgenschweren Unfall. Der Tscheche wollte offensichtlich eine Seilsicherung anbringen. Aus unbekannter Ursache fiel er 55-Jährige 25-30m in die Tiefe und erlitt schwere Kopfverletzungen. Sein niederösterreichischer Kollege versorgte ihn bestmöglich und alarmierte die Höhlenrettung.

Knapp vor 3 Uhr früh erreichte der Alarm Bergrettung, Alpinpolizei und Höhlenrettung. Um 9:45 Uhr stieg die erste Höhlenretter-Gruppe in die Höhle ein und arbeitete sich zum Unfallort in einem schwer zugänglichen Gangabschnitt vor. In der Zwischenzeit errichtete die Bergrettung neben dem Höhleneingang in 1400m Seehöhe ein Versorgungszelt. Es lagen gut 10 cm Schnee. Zwei weitere Teams stiegen mit einen Arzt in die Höhle ein. Bald danach war klar, dass es für den tschechischen Höhlenforscher keine Rettung mehr gab. Er war seinen schweren Schädelverletzungen erlegen.

Der Rettungseinsatz dauerte etwa 24 Stunden. Etwa 70 Retter und 2 Hubschrauber standen im Einsatz. Der Transportweg hatte keine größeren Schachtstufen. Besondere Herausforderungen waren Verstürze und sehr enge Passagen, die entsprechend erweitert werden mussten. Eine Seilbahn überbrückte einen großen Raum mit steilem Ab- und Aufstieg. Ein kurzer Schachtaufstieg mit extrem engem Ausstieg führte endlich zum Ausgang.

Das Warwas-Glatzen-Höhlenystem ist mit 10,7km Länge und einer Tiefe von 765m eine der längsten und tiefsten Höhlen Österreichs. Enge, verwinkelte Gänge, temporäre Überschwemmungen und Eisverschlüsse charakterisieren das weit verzweigte Höhlensystem.

Ruhe in Frieden.

Bericht: Christine Hofmann / NÖ

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