Internationale Höhlenrettungsübung in Slowenien
28.-30. September 2018

In der Zeit vom 28.09 bis 30.09.2018 organisierte die slowenische Höhlenrettung eine internationale Höhlenrettungsübung in der Höhle Skalarjevo Brezno.

Unter Beteiligung weiterer Mitglieder der European Cave Rescue Association (ECRA) nahmen insgesamt etwa 100 Mann aus folgenden Ländern daran teil:
Slowenien, Kroatien, Italien, Bosnien/Herzegowina, Serbien, Bulgarien und Österreich.

Ziele der Übung:
Bergung des Übungsverletzten aus 900 m Tiefe
Beurteilung der Fähigkeiten internationaler Teams
Zusammenarbeit der internationalen Teams verbessern
Fähigkeiten der Teamleiter einschätzen
Kommunikation über Videotelefonie aus der Höhle
passende Ausrüstung und die richtige Menge an Material für den zugewiesen Bereich der Höhle auswählen
Logistik während einer mehrtägigen Übung
  
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Unser kleines Team aus Österreich mit 3 Mann nahm am Samstag, den 29.09.2018 teil. Wir - Günter FAUL, Josef SCHÜTZENHOFER und Martin FRIEDL - haben uns mit den Verantwortlichen um 08:00 Uhr in Bovec für die erste kurze Einweisung getroffen. Nix mit Kaffee und mal kurz die Morgensonne genießen, unser Teamführer gab gleich mal klare Befehle: Ausrüstung und Gepäck vorbereiten. Es ging gleich los zur Seilbahn. Anreise zur Höhle teilweise mit Geländewagen, danach mit Seilbahn und noch weitere 45 min zu Fuß zur Höhle.

Es war schon 11:00 Uhr, die Koordination lief bereits und der Übungsverletze war über viele Stunden zuvor schon von 900 m Tiefe auf -300 m herauf gebracht worden. Unser Einsatzgebiet - Team 6 - waren die Stufen ab 100 m Tiefe aufwärts, der letzte Abschnitt der Höhle.

11:45 Uhr, wir bekamen den Auftrag für den Einbau und die Vorbereitung der Schachtstufen für die Bergung. Wir begannen bei -100 m mit den ersten Verankerungen für die Gegenzugmethode und arbeiteten uns nach oben weiter. Immer wieder wurden wir durch den Abschnitts- und/oder Gruppenleiter kontrolliert, wie wir das so machen und ob es in ihrem Sinne richtig ist. Einige Dinge waren anderes als bei uns, wie z.B.: 8er Spreizanker statt wie bei uns 10er, sie verwendeten für Ausgleich/fixierter Ausgleich keine Bänder sondern kurzes Seilmaterial, bei der Gegenzugmethode gab es keine Sicherung für Trage und Retter, eine normale Seilrolle wurde als Gegenzug verwendet. Mit minimaler Ausrüstung wurde versucht, den Verletzten aus der Höhle zu bringen. Dadurch gabt es immer wieder Engpässe bei Seilen. Möglicherweise gab es noch ein Material-Depot tiefer in der Höhle und das Material von dort war noch nicht bei uns angekommen.

Die Kommunikation über Videotelefonie nach Außen zum Hauptquartier in Bovec hatte super funktioniert. Das Kabel für die Telefonleitung war von 2 Personen verlegt worden. Bei der Befahrung kam es immer wieder vor, dass man bei der Leitung hängen blieb und diese dadurch hätte beschädigen werden können.

Um 18:00 Uhr hatten wir alle Einbauten mit slowenischer Unterstützung für unseren Bereich erledigt und stiegen dann wieder ab zum Ausgangspunkt auf -100 m. Die Trage hatte gerade den 180 m Schacht hinter sich gebracht und war nun bei uns angelangt. Gemeinsam mit den vielen Nationen hatten wir mit vielen helfenden Händen jedes Hindernis überwunden. In der Höhle hallte es immer “Team Serbia” oder “Team Avstrija” und wir wussten genau, wann wir gemeint waren. Unser Teamleader Josef musste immer wieder für kurze Einweisungen herhalten und war voll in seinem Element.

Wir waren im letzten Schachtsegment jeder wo anders eingeteilt, Josef auf -50 m, Günter etwas darüber und zwar im letzten Bereich des 40er Schachtes und ich war schon im Eingangsbereich positioniert um die Trage entgegenzunehmen. Um 22:00 Uhr war die Bergung für alle positiv abgeschlossen. Die Nachhut baute alles ab und übergab uns säckeweise Material aus der Höhle heraus.

Bei der Peter-Skalar-Hütte konnten wir uns um 23:00 Uhr stärken und kurz ausruhen. Da wir nicht auf eine Übernachtung in der Hütte auf 2.240 m eingestellt waren, haben wir uns über die Einsatzleitung einen Geländewagen organisiert, welcher bis 1.700 m zur Mittelstation der Seilbahn kommen konnte. Um Mitternacht marschierten wir im Auf und Ab über die Karrenfelder zur Bergstation und entlang der Skipiste 600 Hm runter zur Mittelstation. Nach einer langen, wilden und holprigen Fahrt kamen wir in Bovec an. Günter und ich waren gegen 03:00 Uhr zu Hause, Josef noch 90 min später.

Fazit: Eine tolle Übung, um zu sehen, wie unsere südlichen Nachbarn arbeiten. Das Sprachproblem war nicht wirklich eins. Die slowenischen Kollegen arbeiten mit weniger Material als bei uns üblich ist und vertrauen verstärkt auf die angegeben Werte der Hersteller.

Bericht: Martin Friedl / Kärnten
Fotos: Vladimir Krzalic (am Foto ersichtlich), Martin Friedl

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